Anatomie Mensch

Topografische Übersicht des Kopfes

Kopf mit durchscheinender Darstellung des Gehirns; einer Hirnhälfte mit Großhirn und Mittelhirn, mit Hirnstamm und Kleinhirn angeschnitten.

Der Kopf (Caput) ist der vorderste Körperabschnitt des Menschen, an dem sich der Mund, die Nase und zentrale Sinnesorgane (Augen, Ohren, Geruchs- und Geschmacksorgane) befinden. Darüber hinaus beinhaltet er das Gehirn. Nahe der Mittellinie werden in der eröffneten Schädelhöhle große Teile des Gehirns sichtbar. Vom Großhirn (Telencephalon) sind es die Stirnlappen, Scheitellappen und Hinterhauptslappen mit ihrenen zahlreichen Windungen (Gyri) und Furchen (Sulci). Unmittelbar darunter folgen der Balken (Corpus callosum), Teile des Gewölbes (Fornix) und das die Vorderhörner der Seitenventrikel trennende Septum pelucidum. Vom Zwischenhirn (Diencephalon) ist als großes Kerngebiet der Thalamus sichtbar.

Der Hypothalamus enthält wichtige Kerngebiete für vegetative Funktionen und bildet außerdem Hormone, die zum Hypophysenhinterlappen (Neurohypophyse) weitergeleitet werden. Der Hypophysenvorderlappen (Adenohypophyse) produziert wachstumsfördernde, auf die Keimdrüsen wirkende, auf die Schilddrüse wirkende und auf die Nebennierenrinde wirkende Hormone. Direkt vor der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) verläuft die Kreuzung der nasalen Sehnervenfasern (Chiasma opticum). Hypophysentumoren können somit zu einer Beeinträchtigung des äußeren Gesichtsfeldes führen. Nach dorsal endet das Zwischenhirn mit der Zirbeldrüse (Corpus pineale).

Lage Mittelhirn und Rautenhirn

Das Mittelhirn (Mesencephalon) wird vom Aquaeductus cerebri durchsetzt, dem dorsal die Vierhügelplatte (Lamina tecti) und ventral die Haube (Tegmentum) anliegen. Die oberen Hügel stehen im Zusammenhang mit dem optischen, die unteren mit dem akustischen Reflexsystem. Das Rautenhirn (Rhombencephalon) besteht ventral aus der Brücke (Pons) und dem verlängerten Mark (Medulla oblongata) sowie dem dorsal vom IV. Ventrikel gelegenen Kleinhirn (Cerebellum). Letzteres gliedert sich in ein unpaares Mittelstück, den Kleinhirnwurm (Vermis cerebelli) und in die paarigen seitlichen Hemisphären. Der Vermis cerebelli ist der unpaare Mittelteil des Cerebellums, über den die paarig angelegten Kleinhirnhemisphären (Hemisphaeria cerebelli) miteinander in Verbindung stehen.

Gesichtsschädel und Schädel Nebenhöhlen

Von klinischer Bedeutung bleibt als Beziehungseinheit der Inhalt von 1 Liter Blut mit 4,5 bis 5,5 10hoch12 Erythrozyten, 3,8 bis 9,8 10hoch9 Leukozyten und 100 bis 250 10hoch9 Thrombozyten (in 1mm3 Blut sind das 4,5 bis 5,5 Millionen Erythrozyten, 3.800 bis 9.800 Leukozyten und etwa 100.000 bis 250.000 Thrombozyten). Das Differentialblutbild der Leukozyten widerspiegelt ein fast konstantes Zahlenverhältnis zwischen den einzelnen Untergruppen und lautet: neutrophile Granulozyten 55 bis 66 Prozent, eosinophile Granulozyten 2,5 bis 4 Prozent, basophile Granulozyten 0,5 bis 1 Prozent, stabkernige Granulozyten 2 bis 3 Prozent, Monozyten 5 bis 7 Prozent, Lymphozyten 25 bis 56 Prozent. Eine Vermehrung nennt man Leukozytose und eine Verminderung Leukopenie. Eine Verminderung der Erythrozyten stellt eine Anämie dar.

Kopf mit schematischer Darstellung der Kaumuskulatur, Rot: Musculus temporalis, Grün: Musculus masseter, Gelb: Musculus pterygoideus; Kopf mit Nasenhöhle, Mundhöhle (Zunge entfernt) und Rachen.

Kopf und Mundhöhle

Die Zunge (Lingua) füllt fast vollständig die Mundhöhle (Cavum oris) aus. Nach kaudal folgt die Mundbodenmuskulatur. Am Übergang der Mundhöhle in den Rachenraum befinden sich Anteile vom lymphatischen Rachenring (Zungenmandel, Tonsilla lingualis, Gaumenmandeln, Tonsillae palatinae) mit speziellen Abwehrfunktionen. Die Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) liegt am Übergang des Nasenrachenraumes. Der Rachen (Schlund, Pharynx) besitzt drei Abschnitte, den Nasenteil (Pars nasali), den Mundabschnitt (Pars oralis) und den Bereich außerhalb des Kehlkopfeinganges (Pars laryngea).

Kopf mit Großhirn und Kleinhirn, Lateralansicht der Hemisphäre. Als Gehirn bezeichnet man den in der Schädelhöhle des Kopfes gelegenen Teil des Zentralnervensystems (ZNS), die zentrale Steuerzentrale des Körpers.
Längsschnitt nahe der Medianebene des Kopfes.
Schädel-Hirn-Trauma (SHT) im Gehirn (Cerebrum) durch Schädelfraktur, Blutung unter der harten Hirnhaut (subdurales Hämatom) mit Verdrängung des Hirngewebes; Richtungen des Gehirndrucks im Mittelhirn (Mesencephalon) und beim SHT.
Kopf mit schematischer Darstellung der Kaumuskulatur, Rot: Musculus temporalis, Grün: Musculus masseter, Gelb: Musculus pterygoideus; Kopf mit Nasenhöhle, Mundhöhle (Zunge entfernt) und Rachen.

Artikel Teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin