Gesundheit und Medizin

Anti-Aging der Haut

Frontalansicht des Kopfes mit den Skelettelementen, Muskeln und Nerven: 1 = Stirnbein, 2 = Scheitelbein 3 = Foramen supraorbitale mit N. frontalis, 4 = Schläfenbein, 5 = Tränenbein, 6 = Nasenbein, 7 = Jochbein, 8 = Jochbogen, 9 = Foramen infraorbitale mit Nerv, 10 = Oberkieferknochen, 11 = Unterkieferknochen, 12 = Foramen mentale mit Nerven, 13 = Stirnmuskel (M. frontalis), 14 = Ringmuskel des Auges (M. orbicularis oculi), 15 = Gesichtsnerv (N. facialis), 16 = Ohrspeicheldrüse und Ausführungsgang, 17 = Kaumuskel (M. masseter), 18 = Ringmuskel des Mundes (M. orbicularis oris), 19 = Gesichtsgefäße (A. und V. facialis); Muskelspindel mit Nervenfasern

Haut, Hautfalten, Botox, Laser

Die Haut (Derma, Cutis), das Hüll- und Schutzorgan des menschlichen Organismus gliedert sich in drei Hauptschichten mit unterschiedlichen Funktionen: die Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis, Corium) und die Unterhaut (Subcutis). Lederhaut und Oberhaut bilden zusammen die Cutis. Im Laufe der Lebensjahre verändert sich die Haut umfangreich, sie altert. Das hat Auswirkungen auf Struktur und Aussehen unserer Schutzhülle. Der Ablauf hängt von den Genen, der individuellen Veranlagung, und von der Beanspruchung der Haut durch äußere Faktoren und Lebensgewohnheiten ab. Je älter der Mensch wird, um so verminderter ist das Regenerationsvermögen der Haut, der Zellverband ist weniger kompakt, die Phase der Zellerneuerung dauert länger, die Zahl der Zellteilungen ist begrenzt. Die gleichmäßige Anordnung der Schichten der Epidermis geht im Alter verloren, die Nährstoffversorgung nimmt ab. Die Dermis wird dünn, das Bindegewebe verhärtet sich und verliert seine Wasserbindungsfähigkeit. Bei der Alterung der Haut ist eine der auffälligsten Veränderungen ihre zunehmende Trockenheit. Auch wird die Haut schuppig, schlaff und spröde, Falten und Runzeln entstehen.

Gesichtsfalten stellen einen Teil des natürlichen Älterwerdens dar, sie entstehen durch den Elastizitätsverlust der Haut, durch immer wiederkehrende mechanische Zugkräfte wie Stirnrunzeln, Lachen oder Augenkneifen. Zur Entspannung der Haut benötigt der Körper elastische Fasern, welche sich aus Aminosäuren zusammensetzen. Diese Aminosäure stehen dem Organismus mit zunehmendem Alter immer weniger zur Verfügung, die Haut wird weniger elastisch, der Mensch altert. Viele Frauen und Männer empfinden Falten häufig als störend, vor allem die Stirnfalten, Falten rund um die Augen, aber auch tiefe Furchen zwischen Nase und Mundwinkel. Grenzen der Faltentherapie-Methoden liegen beim Befund der zahlreichen oberflächlichen Knitterfältchen um den Mund herum. Hier sind andere Methoden wie die Dermabrasion oder die Behandlung mittels spezieller Laser (Lasertherapie) eher geeignet. Solche Techniken erreichen durch die Entfernung der äußeren Hautschichten ein glatteres Bild der Hautoberfläche.

Lasertherapie der Haut, Behandlung der Oberhaut (Epidermis); Laserbehandlung der Unterhaut (Subcutis). Altersflecken oder kleine Fältchen können mit dem Laser (Skin-Resurfacing) behandelt werden. Bei der Tiefengewebstherapie wird die Unterhaut geblitzt, was zur Restrukturierung des Bindegewebes führt.

Therapie mit Botulinumtoxin (Botulismustoxin, Botulinustoxin, Botulin, Botox), eine Schönheitsspritze gegen Falten. Botox ist der Giftstoff des Botulismus-Erregers Clostridium botulinum, er hemmt die Erregungsübertragung von den Nervenzellen zum Muskel, wodurch die Kontraktion des Muskels, abhängig von der Dosierung des Gifts, schwächer wird oder völlig ausfällt. Der Wirkstoff blockiert die Acetylcholin-vermittelte Erregungsübertragung über die Synapsen (motorische Endplatte), indem es die Freisetzung von Acetylcholin verhindert. Das Nervengift bindet an Rezeptoren (Reizempfänger) außerhalb der Zelle und wird dann ins Zellinnere eingeschleust. Botulinumtoxin kann entlang von Nerven wandern und Proteine im Hirnstamm zersetzen. Das Gift wird vom Körper nach und nach abgebaut, so dass die Wirkung von Botox-Spritzen nur durchschnittlich sechs Monate hält. Auch führt die Injektion von Botox in bestimmte Kopfmuskeln und Halsmuskeln bei Patienten mit chronischer Migräne zu einer signifikanten Verbesserung der Symptomatik.

Bei der Lasertherapie zur Behandlung von Narben wird gebündeltes Licht gezielt in die Narbe geschossen, die Zellen sterben ab, die Narbe kann schrumpfen und die Haut sich straffen. Die Narben werden im Gesicht geglättet und oberflächliche Narben meist vollständig entfernt. Bei der Tiefengewebstherapie der Haut wird die Unterhaut in regelmäßigen Abständen geblitzt (bestrahlt), es kommt zu einer Restrukturierung des Bindegewebes (internes oder unblutiges Facelifting).

Typische Altersfalten bei Hautalterung im Gesicht: 1 = Stirnfalten, Sorgenfalten, 2 = Zornesfalte, Konzentrationsfalte (Glabellafalte), 3 = Häschenfalten, Hexen-Falten, 4 = Augen- oder Runzelfältchen, Krähenfüße (periorbitale Falten), 5 = Nasolabialfalte, 6 = Oberlippenfalten, Plisseefältchen (periorale Falten), 7 = Mentolabialfalte, Traurigkeitsfalte, Marionettenlinie, 8 = Kinnquerfalte, 9 = Erdbeer-Kinn, Pflastersteinrelief, 10 = Halsquerfalten, 11 = Platysmabänder, Truthahn-Hals.
Injektionspunkte für Botox gegen Falten und Faltenbildung der Haut im Gesicht: a = M. corrugator, b = M. depressor supercilii, c = M. procerus, d = M. frontalis, e = M. frontalis, f = M. nasalis, g, h, i = M. orbicularis occuli, k = M. orbicularis ori, l = M. depressor anguli oris, m = M. mentalis, n = Platysmafalten, o = Platysmabänder..
Botox ist der Giftstoff des Botulismus-Erregers Clostridium botulinum, der Wirkstoff blockiert die Acetylcholin-vermittelte Erregungsübertragung von den Nerven auf die Muskeln. 1 = Bakterium Clostridium botulinum, 2 = Acetylcholin, 3 = Botulinumtoxin (H-Kette blau, L-Kette grün), 4 = Endosom, 5 = Nerv, 6 = Motorische Endplatte (Synapse), 7 = Präsynaptischer Spalt, 8 = Muskelfasern.
Narbenbildung nach Wundheilung. Während der Regenerationsphase (Regenerative Phase, Reparationsphase) wird bei der Wundheilung eine neue Hautoberfläche gebildet, vom Rand der Wunde wachsen neue Zellen, neu produzierte Bindegewebsfasern reifen aus, die Wunde schließt sich und wird reißfest, es entsteht eine Narbe.

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