Anatomie Mensch

Hüfte mit Hüftgelenk und Gesäßgebiet

Als Hüfte bezeichnet man die breitesten Stellen des menschlichen Beckens. Sie sind – vor allem wegen der knapp darunter befindlichen Hüftgelenke – für die Stabilität und Gesundheit fast des gesamten Skeletts entscheidend. Die Form der Hüften lässt Menschen schmal oder breit erscheinen. Knapp oberhalb der Hüften liegt der Schwerpunkt des menschlichen Körpers. Die knöcherne Grundlage für diese Region bilden das Darmbein (Os ilii), das Sitzbein (Os ischii) und das Schambein (Os pubis) in ihrem Zusammenschluss zum Hüftbein (Os coxae).

Becken mit Hüftgelenk (Articulatio coxae) und Frontalschnitt durch die Hüftregion.

Bei der Hinzunahme des Kreuzbeins (Os sacrum) entsteht der Beckenring (Pelvis). Die ersten Knochenkerne treten zwischen dem 5. und 6. Keimlingsmonat auf. Sie wachsen in Richtung auf die spätere Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) zu, wo sie bis zum 6. Lebensjahr Knorpelfugen aufweisen, die röntgenologisch zur Diagnostik herangezogen werden. Das Hüftgelenk (Articulatio coxae) bietet mit seiner tiefen Pfanne, die den Oberschenkelkopf (Caput femoris) weitgehend umgreift, eine Gewähr für die Sicherung des Standbeins bei der aufrechten Haltung. Es gestattet auch die vielseitigen Bewegungen des Spielbeins im Sinne eines Kugelgelenks. Zur Verbreiterung der Gelenkpfanne weist diese zusätzlich einen faserknorpligen Ring, die Gelenklippe (Labrum acetabulare) auf. Durch das starke Pfannendach und die übrigen Gelenkeinrichtungen kommen Verrenkungen (Luxation) nur beim übermäßigen Wegführen des Beines (Abduktion) vor. Bei der angeborenen Hüftgelenksverrenkung handelt es sich um die mangelhafte Pfannenbildung.

Die häufigen Schenkelhalsbrüche im höheren Lebensalter beruhen auf einer Verminderung des Knochengewebes (Osteoporose) durch die schlechtere Blutversorgung des Oberschenkelkopfes. So lassen sich auch viele Gelenkkopfnekrosen erklären, bei denen ein künstliches Hüftgelenk (Endoprothese) zum Einsatz kommt. Bei Entzündungen entsteht eine Schonhaltung, wobei das Bein leicht gebeugt und abduziert sowie außenrotiert erscheint, dazu kommt ein Hohlkreuz. Die Anlagerung der Muskulatur um das Hüftgelenk macht es unmöglich, dieses Gelenk abzutasten. Man benutzt deshalb zur Beurteilung des Gelenks den Bewegungsablauf, die Stellung des großen Bollbügels (Trochanter major) und den Winkel zwischen dem Schaft und dem Schenkelhals des Oberschenkelknochens (Kollodiaphysenwinkel oder CCD-Winkel). Dieser beträgt beim Erwachsenen etwa 120-130.

Ene Hüftendoprothese kann aus verschiedenen Materialien aufgebaut sein. Die wichtigsten Materialien sind Titan - eine körperfreundliche Metall-Legierung und PET (Polyethylen) als gleitender Hüftgelenk-Oberfläche zwischen den Titankomponenten der Hüfttotalendoprothese. Im Falle von Metallallergien oder Materialunverträglichkeit können aber auch Keramik-Hüftprothesen bei der Hüftprothese zum Einsatz kommen.

Wann ist ein künstliches Hüftgelenk erforderlich?

Die Hüftendoprothese wird auch Hüft-TEP, Hüfttotalendoprothese, Hüftprothese oder künstliches Hüftgelenk genannt. Die Hüftendoprothese kann die Funktion und Form des natürlichen Hüftgelenks (Coxa) vollständig ersetzen. Ein Ersatz des Hüftgelenks kann aus vielen Gründen notwendig sein. Der häufigste Grund ist die Hüftarthrose (Coxarthrose). Aber auch Knochenerkrankungen wir die Hüftkopfnekrose, Osteoporose, Verformung der Hüfte (Hüftdysplasie) oder Unfälle wie Oberschenkelhalsbruch können eine Hüftprothese erzwingen. Der Gelenkknorpel und Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) zwischen der Gelenkpfanne (Acetabulum) im Beckenknochen (Pelvis) und dem Oberschenkelkopf des Oberschenkelknochens (Femur) sorgt für die reibungslose und schmerzfreie Beweglichkeit des Hüftgelenks- die sogenannte “Gelenkschmierung”. Verliert dieser Gelenkknorpel nach Unfall, wegen Fehlbelastung etwa bei Verformung der Gelenkpfanne bei Hüftdysplasie oder durch einfache Alterung seine Elastizität und glatte Oberfläche, ist die reibungsfreie Bewegung des Hüftgelenks nicht mehr gegeben. Zunehmende Schmerzen und Reibung im Hüftgelenk Hüftarthrose (Coxarthrose) erzwingen dann oft den operativen Ersatz des Hüftgelenks durch ein künstliches Hüftgelenk.

Eine Hüftendoprothese kann aus verschiedenen Materialien aufgebaut sein. Die wichtigsten Materialien sind Titan – eine körperfreundliche Metall-Legierung und PET (Polyethylen) als gleitender Hüftgelenk-Oberfläche zwischen den Titankomponenten der Hüfttotalendoprothese. Im Falle von Metallallergien oder Materialunverträglichkeit können aber auch Keramik-Hüftprothesen bei der Hüftprothese zum Einsatz kommen.

Die Konstruktion der Hüftprothese

Die Hüftprothese besteht aus mehreren einzelnen Komponenten, die das natürliche Hüftgelenk ersetzen. Der Ersatz der Hüftgelenkpfanne wird geleistet durch eine schalenförmige Metallhalbkugel. Der gleitende Gelenkknorpel des Hüftgelenks wird durch eine Polyethylenschicht ersetzt. In dieser Halbkugel gleitet der Hüftgelenkkopf, der wiederum aus einer Titanlegierung besteht. Der Hüftgelenkkopf kann in modernen Hüftprothesensystemen eine variable, bei der Planung des künstlichen Hüftgelenks an den Patienten angepasste Größe haben. Der Hüftgelenkkopf wird über eine Schraubverbindung auf dem Prothesenschaft befestigt. Der lange Prothesenschaft des künstlichen Hüftgelenks wird tief in dem Markraum des natürlichen Oberschenkelknochens befestigt. Der Schaft der Hüftendoprothese kann üim langen Röhrenknochen des Oberschenkels mit dem Knochenzement Methylacrylat befestigt werden. Eine zementierte Hüftprothese ist sofort, am Tag nach der Operation voll belastbar. Aber die allgemeine Belastbarkeit ist niedriger als bei einer sogenannten einwachsenden Hüftprothese. Die einwachsende Hüftprothese verbindet Ihre raue Oberfläche in einem Wochen dauernden Heilungsprozess mit dem natürlichen Knochen. Die Rehabilitation nach der Hüftoperation dauert bei der einwachsenden Hüftprothese länger. Aber gerade für jüngere Patienten ist die höhere Stabilität der zementfreien Hüftprothese trotz längerer Rehabilitationszeit nach Hüftprothesenoperation ein klarer Vorteil.

Gesäß und Gesäßregion mit Hüftgegend

Die Gesäßregion entspricht etwa der Ausdehnung der äußeren oder hinteren Gesäßmuskeln, wobei der große Gesäßmuskel (M. gluteus maximus) die eigentlichen Gesäßbacken (Nates) bildet. Die gesamte Gruppe dient der Streckung im Hüftgelenk, der Balance beim aufrechten Gang und beim Treppensteigen, der Abduktion und der Außenrotation. Sie sind es auch, die das Becken beim Stand auf einem Bein in horizontaler Stellung halten (M. gluteus medius).
Die Hüftgegend und Gesäßgegend gilt allgemein als Ort für intramuskulär zu verabreichende Medikamente. Es sollte die ventroglutäale Injektionsstelle (nach v. Hochstetter) Berücksichtigung finden. Dabei wird die gespreizte Hand so angelegt, dass der Zeigefinger den vorderen oberen Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior) berührt und der Mittelfinger senkrecht nach oben zum Darmbeinkamm (Crista iliaca) zeigt. Der Spalt zwischen beiden Fingern gilt als Idealstelle, wenn die Finger zusätzlich um 1 bis 2 cm nach kaudal geführt werden.

Die Hüfte ist das am mesiten belastete Gelenk des Menschen. Beim menschlichen Körper wird die Hüfte vom oberen Oberschenkel, dem  Hüftgelenk und dem Hüftbein gebildete, die seitliche Körperpartie unterhalb der Taille. Der Oberschenkelknochen (Femur) und das Becken (Pelvis), das Hüftbein, bilden die knöchernen Gelenkpartner des Hüftgelenks (Articulatio coxae).
Schmerzen der Hüfte werden oft mit Hüftarthrose gleichgesetzt, die Schmerzursachen sind jedoch meist im Bereich der Muskeln, Sehnen, Schleimbeutel und Nerven zu finden.

Anatomie Hüftgelenk der Hüfte, Hüfte mit Oberschenkelknochen Femur und Beckenknochen
Längsschnitt durch Hüftgelenk, Hüftpfanne (Acetabulum) und Hüftkopf (Caput femoris).
Hüfte mit Hüftgelenk, Gelenk Knochen Oberschenkelknochen Femur
Hüftgelenk (Articulatio coxae), die Verbindung zwischen Oberschenkelknochen (Femur) und Becken (Pelvis), die die Bewegung des Beins, das Gehen, bei gleichzeitiger Stabilisierung des Körpers ermöglicht.
Becken Hüftknochen mit Gelenk Hüftgelenk Articulatio coxae der Hüfte
Hüftgelenk, Oberschenkelkopf mit Hüftpfanne und Becken. Das Hüftgelenk ist ein Nussgelenk, eine Unterform des Kugelgelenks (Articulatio spheroidea). Es besteht aus Hüftpfanne (Acetabulum) und Hüftkopf (Caput femoris). Die Pfanne wird von Anteilen des Os ilium, des Os pubis und des Os ischii gebildet. Der obere Rand der Pfanne ist durch einen knorpeligen Rand, den Limbus acetabuli verstärkt. Der Hüftkopf ist eine in etwa kugelförmige Extremität des Femur, der in die Pfanne drückt und damit eine Verbindung zwischen Bein und Rumpf ermöglicht. Die verschleißbedingte Erkrankung des Hüftgelenks (Hüftgelenksarthrose, Coxarthrose) ist eine relativ häufige Form von Arthrose.
Injektion Hüfte, ventrogluteale Injektion nach Hochstetter in Muskulatur Gesäß und Oberschenkel
Klassische Methode zur Auffindung der Injektionsstelle, das Gesäß wird in vier Quadranten eingeteilt. Entrogluteale Injektion nach Hochstetter, eine Injektionstechnik zur intramuskuläre Injektion in den Musculus gluteus medius bzw. minimus bei Erwachsenen.

Bilder: © MediDesign Frank Geisler

Die Bilder können direkt über das Bildarchiv www.medical-pictures.de erworben werden.

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