Gesundheit und Medizin

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Meiose nach Befruchtung Eizelle durch Spermium. Trifft ein Spermium (Sperma-Zelle, Spermatozoon, Spermatozoid, Samenfaden, Samenzelle) auf eine reife Eizelle (Oozyt, Ovum) setzt es aus seinem Köpfchen (Akrosom) proteolytische Enzyme frei, welche das Eindringen in die Eizelle ermöglichen (Akrosomenreaktion). Sobald es die Zona pellucida erreicht hat, erfährt diese biochemische Modifikationen, welche ein Eindringen weiterer Spermien verhindert (Polyspermieblock). Der Schwanz separiert vom Köpfchen, welches den väterlichen (paternalen) Vorkern (Pronukleus, Spermienkern) in die Eizelle entleert (oben rechts). Dieser erfährt auf seinem Weg zum mütterlichen (maternalen) Vorkern einen Größenzuwachs. Es kommt zur Verschmelzung paternaler und maternaler Chromosomen und die somit befruchtete Eizelle (Zygote) beginnt mit der mitotischen Zellteilung (unten links, rechts). Hierbei erfolgt die Ausbildung des Spindelapparats, bestehend aus Spindelfasern (Mikrotubili) und Spindelpolen (blaue Strukturen). Die zwischen Plasmamembran und Eihülle (perivitelliner Raum) gelegenen braunen Kügelchen stellen die sogenannten Polkörperchen dar und signalisieren den vollständigen Abschluss der zuvor im Ruhezustand befindlichen zweiten Meiose.

Der Schöpfer der Retortenbabys, der britische Forscher Robert Edwards erhielt für seine Beiträge zur Entwicklung der Technik von In-vitro-Fertilisationen (IVF) 2010 den Medizin-Nobelpreis. Sein kongenialer Mitschöpfer des ersten Retortenbabys war der 1988 verstorbenen Gynäkologen Patrick Steptoe. Die künstliche Befruchtung im Reagenzglas, auch In-vitro-Fertilisation genannt, ist ein Meilenstein der modernen Medizin.

Die In-vitro-Fertilisation, die sog. Befruchtung im Glas, ist eine Methode zur künstlichen Befruchtung in der Reproduktionsmedizin. Die künstliche Befruchtung kann kinderlosen Paaren zu einem Baby verhelfen, wenn der Kinderwunsch nicht auf natürliche Weise erfüllt werden kann. Bei der künstlichen Befruchtung bringt der Arzt Samen (Spermium, Spermatozoon, Spermatozoid, Samenzelle) und Ei (Eizelle, Oozyte, Ovocytus) innerhalb oder außerhalb des weiblichen Körpers zusammen.

Verfahren der künstlichen Befruchtung

Während früher immer durch die Bauchdecke punktiert wurde (Bauchspiegelung), ist die heute übliche Technik, das bei der In-vitro-Fertilisation von der Frau befruchtungsfähige Eizellen unter Ultraschallsicht von der Scheide aus abgesaugt werden. Das bedeutet, dass eine In-vitro-Fertilisation nur durchgeführt werden kann, wenn die Frau mindestens einen gesunden Eierstock, eine gesunde Gebärmutter und nach Möglichkeit auch regelmäßige Monatszyklen mit Eisprung hat. Vom Mann wird durch Masturbation Sperma gewonnen, eine gute Qualität und Beweglichkeit der männlichen Spermien muss gewährleistet sein. Eizellen und Samenzellen werden anschließend in einem Glasschälchen (In-vitro-Fertilisation = Befruchtung im Glas) zusammengebracht. Wenn etwa 18 Stunden vergangen sind, wird die Befruchtung der Eizellen kontrolliert. Die befruchtete Eizelle erkennt man an den zwei Vorkernen, die dem genetischen Material von Spermium und Eizelle entsprechen – sog. Vorkernstadium.

Beginn der Embryonalphase bei der IVF

Über 48 Stunden nach der Punktion werden die Embryonen üblicherweise in die Gebärmutter (Uterus) zurückgegeben, dem sog. Transfer, es erfolgte bereits eine Zellteilung, die Embryonen liegen im 4-8-Zellstadium vor. Man kann den Transfer der Embryonen auch am 5. Tag nach der Eizellentnahme vornehmen, das würde als Blastozystentransfer bezeichnet. Nach Ablauf von 14 Tagen gibt ein Schwangerschaftstest Auskunft darüber, ob die In-vitro-Fertilisation erfolgreich verlaufen ist.

Histologischer Aufbau einer weiblichen Keimzelle, der Eizelle einer Frau, und Spermium des Mannes.
Embryogenese, Ausbildung der inneren Organe (Organogenese). Die Entwicklung vom Embryo zum Baby dauert 40 Wochen, die Embryogenese bezeichnet die Differenzierung der verschiedenen Zellschichten bis hin zum Fetus.

Weitere Artikel über Gesundheit und Medizin

Artikel Teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin