Gesundheit und Medizin

Verletzung Haut, Wundheilung

Wunden sind Läsionen (Schädigungen, Verletzungen, pathologische Veränderungen), die durch eine Durchtrennung oder oberflächliche Beschädigung der Haut oder Schleimhaut entstehen. Eine Wunde (Vulnus, Trauma) ist ein Defekt des schützenden Deckgewebes mit oder ohne Gewebeverlust durch äußere Gewalt verursacht, oder als Folge einer Krankheit als Geschwür (Ulkus).

Verletzung der Haut, Wunde Wundversorgung und Wundheilung
Wundversorgung einer Wunde. Bei stark ausgeprägten Verletzungen oder einem ungünstigen Heilverlauf ist ein sorgfältig geplantes Wundmanagement entscheidend.

Wundbehandlung der Haut nach Verletzung

Der Körper ist in der Lage, Defekte im Gewebe (Wunden) durch Prozesse der Wundheilung zu verschließen. In der Medizin wird die Wundheilung unterschieden in:
primäre Wundheilung bei glatten Schnittverletzungen, wie bei Operationswunden;
sekundäre Wundheilung bei meisten nicht chirurgisch gesetzten Wunden, z.B. bei klaffenden Wundrändern, die Wundränder liegen nicht genau aneinander;
epitheliale Wundheilung erfolgt wenn die oberste Hautschicht, die Epidermis, nur oberflächlich verletzt ist, die Wunde kann innerhalb weniger Tage ohne Narbenbildung abheilen.

Latenzphase, Wundverschluss durch Blutgerinnung

Ausgangspunkt jeder Wundheilung ist eine Störung des Blutflusses durch Kapillarverletzungen. Die initiale Blutung leitet eine Blutgerinnung (Latenzphase) ein. Bei der Blutgerinnung wird die Wunde provisorisch verschlossen, die Gewebe-Lücke wird mit Wundsekret ausgefüllt, die mehr oder weniger starke Blutung durch die Blutgerinnung gestoppt. Blutplättchen (Thrombozyten) wandern mit weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in den Wundspalt und die Plättchen verklumpen zu einem Pfropf (Thrombus). Zwischen die Blutplättchen lagert sich ein Netz aus dem Eiweißstoff Fibrin ein, dadurch wird der Pfropf festigt. Diese Phase wird oft der „Exsudationsphase“ zugeordnet.

Wundheilung Blutgerinnung Entzündung Narbenbildung Narbe der Haut
Phasen der Wundheilung: Blutgerinnung, Entzündung, Narbenbildung und Narbe. Die Wundheilung ist ein körpereigener natürlich biologischer Prozess bei dem sich eine Wunde des beschädigten Körpergewebes von selbst verschließt.

Exsudationsphase, Heilphase der Wunde

Die Bezeichnung Exsudationsphase stammt vom lat. Begriff Exsudat – austretende Flüssigkeit. Andere Ausdrücke: Reinigungs-, Inflammations- oder Entzündungsphase. Durch den Austritt von Wundsekret werden Fremdkörper und Keime leichter aus der Wunde „herausgeschwemmt“. Beim Aufräumen der Wunde (Resorptive oder Heilphase) wandern weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Fresszellen in die Wunde ein. Die Fresszellen (Phagozyten, Makrophagen) nehmen die geschädigten oder toten Zellen in sich auf und zersetzen diese. Abgestorbene Wundränder und Fibringerinnsel werden aufgelöst und abgebaut. Auch fremde Keime, die bei der Verletzung in die Wunde eingedrungen sind, werden so beseitigt.

Granulationsphase, Proliferationsphase der Haut

Durch die Bildung (Proliferation) von neuem Bindegewebe wird der Wunddefekt zunehmend aufgefüllt (Proliferative Phase). In dem Bereich der Wunde werden neue Zellen, Blutgefäße und Bindegewebe gebildet. Hand in Hand mit der zellreichen Auffüllung eines Wunddefektes geht der Abbau des Fibrinnetz (Fibrinolyse) durch Plasmin einher. Kleine Schnittwunden heilen schnell, da die Wundränder einfach zusammenwachsen. Bei Wunden, die sekundär verheilen, wachsen die neuen Strukturen kreuz und quer durchinander, es bildet sich ein körniges Granulationsgewebe.

Regenerationsphase der Haut, regenerative Phase

Während der lang andauernden Regenerationsphase (Reparative oder Regenerative Phase) bildet der Körper eine neue Hautoberfläche, das geschieht vom Rand der Wunde her, es wachsen neue Zellen ein. Die neu produzierten Bindegewebsfasern reifen aus, die Wunde zieht sich zusammen und schließt sich allmählich. Die Wunde wird reißfest und es entsteht eine Narbe. Sekundär heilende Wunden bilden leichter kosmetisch störende Narben, als Schnittverletzunge, es bilden sich unterschiedliche Narbentypen aus: Narbenkontrakturen, atrophe Narben, hypertrophe Narben und Keloide

Die Haut (Derma, Cutis) besteht aus mehreren Schichten: Epidermis (Oberhaut), Dermis (Corium, Lederhaut), Subcutis (Unterhaut) sowie Hautanhangsgebilde. Von unten nach oben strukturiert sich die Haut durch Muskelgewebe mit der darauf folgender Fascie. Es folgt die Subcutis (Unterhaut), welche zahlreiche Gefäße enthält und hauptsächlich aus Binde- und Fettgewebe besteht und vereinzelt die Schweißdrüsen. Es folgt die Lederhaut (Dermis), die Arterien, Venen und Lymphgefäße, Drüsen, Nervenenden sowie Haarwurzeln mit zugehörigen Muskeln und Talgdrüsen enthält. Auf diese Schicht folgt die Oberhaut (Epidermis), mit dem Stratum germinativum und dem Stratum corneum, welches die Hornhaut darstellt.

Anatomie Hautschichten Haut Derma Cutis mit Haar
Anatomie Haut (Derma, Cutis), Hautschichten mit Blutgefäße, Schweißdrüse und Haar
Schema der Blutgerinnung, ein verletztes Blutgefäß (longitudinal angeschnitten) mit primäre und sekundäre Hämostase, mit weißer und roter Thrombenbildung.

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