Gesundheit und Medizin

Erkrankungen Atemwege und Lunge

Als Atemtrakt (Atmungsapparat) wird das Gesamtsystem der Organe, die für die Atmung zuständig sind, bezeichnet. Das Atemwegsystem unterteilt man in oberen und untere Luftwege. Obere Atemwege sind Nase, Nasennebenhöhlen und Rachenraum, die unteren Atemwege beinhalten Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und die Lunge.

Anatomie Lunge mit Lungensegmente Bronchien Lungenbläschen Alveolen und Blutgefäße
Lungen, Lungenflügel der Lunge mit Darstellung Lungensegmente, Bronchien, Bronchiolen mit Lungenbläschen (Alveolen) und Blutgefäße: 1 = Luftröhre (Trachea), 2 = linker Hauptbronchus (Bronchus principalis sinister), 3 = rechter Hauptbronchus (Bronchus principalis dexter), 4 = Bronchiolus, 5 = Bronchus respiratori, 6 = Lungenbläschen (Alveolen), 7 = Arterienäste (venöses Blut enthaltend), 8 = Venenäste (arterilles Blut enthaltend), 9 = Blutkapillaren, 10 = Pneumozyten, 11 = Nischenzelle, 12 = Alveolarmakrophage, I bis X Segmenteinteilung der Lunge, funktionelle Untereinheiten der Lunge, die jeweils von einem Segmentbronchus und einer Segmentarterie versorgt werden

Unter Atemwegserkrankungen werden die Krankheiten zusammengefasst, die die Funktion des Atmungssystems und insbesondere die Organe der Atemwege betreffen. Der Begriff Atemwegserkrankungen ist breit gefächert, dazu gehören Erkältungskrankheiten, virusbedingte Grippe (Influenza),  chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Lungenentzündung (Pneumonie) oder Tuberkulose. Lungenerkrankungen, welche mit starker Atemnot und Husten einhergehen sind Asthma bronchiale, Lungenfibrose, Lungenemphysem oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Ohne Diagnose und entsprechende Behandlung können aus chronischen Formen von Erkrankungen  der Atemwege gefährliche Krankheiten wie  Lungenentzündung (Pneumonie) entstehen, die in schwerwiegenden Fällen tödlich verlaufen. Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) ist eine der häufigsten Krebserkrankungen, Rauchen und das Einatmen von Schadstoffen sind die größten Risikofaktoren.

Husten, Schutz der Atemwege durch Hustenreflex

Der Husten (Tussis) beinhaltet das willkürliche oder aufgrund eines Hustenreizes über den Hustenreflex ausgelöste plötzliche Ausstoßen von Luft. Dabei öffnet sich die Stimmritze und die durch den Hustenreiz ausgestoßene Luft entweicht mit hoher Geschwindigkeit. Die Funktion des Hustens besteht in der Reinigung der Atemwege von Substanzen.
Eine Erkältung stellt die häufigste Ursache dar. Husten ist ein typisches Symptom verschiedener Erkrankungen der Atemwege und Allergien. Man unterscheidet produktiven Husten, der mit Schleimauswurf einhergeht, vom Reizhusten, den trockenen Husten. Man unterscheidet auch zwischen akutem Husten, chronischem Husten und chronischem Husten ohne erkennbare Ursache. Oft treten in Verbindung mit Husten zusätzliche Beschwerden mit unterschiedlichem Gefährdungspotential auf. Symptome während des Hustens wie Atemnot, blutiger Auswurf, Erbrechen sowie starke Brustschmerzen sind akute Warnsignale.

Mund Rachen, Husten Tissus Hustenreflex Stimmritze
Geöffneter Mund beim Husten als Schutzmechanismus, auch ein Symptom bei Krankheiten. Kehlkopfspiegelbilder mit Stimmlippen und Stimmritze, oben geschlossen, unten durch Hustenreiz geöffnet.

Erkrankung der Atemwege, akute Bronchitis

Die akute Bronchitis wird oft durch Viren ausgelöst, handelt es sich dabei um Erkältungsviren. Die Erkältung ist eine Infektion und Entzündung der oberen Atemwege. Unter akute Bronchitis ist eine akute Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien zu verstehen, häufig in Verbindung mit einer Entzündung der oberen Luftwege, dem Nasen-Rachen-Raum.

Bronchitis, Entzündung der Bronchien und Husten Hustenreiz
Bronchitis, Entzündung der Bronchialschleimhaut der größeren verzweigten Atemwege; Husten, aufgrund eines Hustenreizes über den Hustenreflex ausgelöste Ausstoß von Luft, der der Atemwegsreinigung dient.
Influenza, Erkrankung der Atemwege der Lunge dirch Grippe Grippeviren Viren Influenzaviren
Die Grippe ist keine harmlose Erkrankung, Probleme ergeben sich durch zusätzliche Infektionen mit Bakterien und Viren, die wegen vorinfizierten entzündeten Atemwegen eine bakterielle Bronchitis oder Lungenentzündung nach sich ziehen können.

Erkrankung der Atemwege, chronische Bronchitis

Die chronische Bronchitis eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) ist eine Dauererkrankung der Atemwege, die durch fortwährenden Hustenreiz gekennzeichnet ist. Husten und Auswurf halten lange an, was zur chronisch obstruktiven Bronchitis führen kann. Husten und obstruktive Symptome werden durch die Entzündung der Bronchialschleimhaut und eine dadurch bedingte Schwellung sowie Schleimproduktion verursacht.

Chronische Bronchitis, chronisch obstruktive Erkrankung (COPD) der größeren bronchialen Atemwege, Sekretion durch Entzündung der Bronchialschleimhäute; Asthma bronchiale, dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit und Luftnot infolge Verengung der Bronchien.
Lungen, gesunde Lungen und Lungevon Raucher Raucherlunge COPD
Gesunde Lunge und Lunge bei einem Raucher. Die Raucherlunge ist eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), eine nicht heilbare Atemwegserkrankung bei der sich Teer des Zigarettenrauches im Lungengewebe einlagert und dieses zunehmend schwarz aussehen lässt.

Erkrankung der Atemwege, Asthma bronchiale

Das Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit. Die Entzündung führt anfallsweise zu Luftnot infolge einer Verengung der Atemwege – verursacht durch vermehrte Sekretion von Schleim, Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und Bildung von Ödemen der Bronchialschleimhaut.

Erkrankung der Lunge, Lungenentzündung

Bei der Lungenentzündung (Pneumonie) handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes, häufig verursacht durch eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen. Bei einer primären Pneumonie erkrankt ein gesunder Mensch ohne gesundheitliche Risikofaktoren an einer Lungenentzündung. Bei einer sekundären Pneumonie liegt ein die Krankheit begünstigender Faktor wie Asthma, COPD usw. vor, oder ein bestimmtes auslösendes Ereignis.

Lungenfibrose, chronisches Bindegewebe-Wachstum

Eine Lungenfibrose ist eine chronische Erkrankung des Lungengewebes der Lunge, wobei der Bindegewebsanteil in der Lunge krankhaft zunimmt. Es handelt sich um verstärkte Bildung von Bindegewebe zwischen den Lungenbläschen (Alveolen) und den sie umgebenden Blutgefäßen. Eine Lungenfibrose kann als Folge von verschiedenen Erkrankungen der Lunge entstehen. Im Rahmen der Erkrankung bildet sich immer mehr Bindegewebe in der Lunge, es verdickt sich die Membran zwischen Lungenbläschen und Blutgefäßen – der Gasaustausch ist erschwert. Oft bemerken Betroffene, dass ihre körperliche Belastbarkeit abnimmt.

Erkrankung der Lunge, Lungenkrebs

Das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs, Lungenkarzinom, bronchiogenes Karzinom) ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen. Unter einem Bronchialkarzinom versteht man eine bösartige Neubildung (maligne Neoplasie), die von Zellen der unteren Luftwege (Bronchien) ausgeht. Die Hauptursache bei der Entstehung des Tumorleidens ist der Tabakrauch. Lungenkrebs verursacht oft erst in fortgeschrittenen Stadien Beschwerden. Von einem Lungenkarzinom spricht man, wenn innerhalb des Lungengewebes selbst bösartige Neubildungen (maligne Tumoren) entstehen; sind die Tumoren in der Lunge Tochtergeschwülste von Krebs in anderen Organen, nennt man sie Lungenmetastasen.

Atmung Respiration, obere untere Atemwege
Atemwege, Luftwege im Atemtrakt des Menschen mit Nase und Mund, Nasen-Rachen-Raum (Nasenrachenraum, Epipharynx, Pars nasalis pharyngis, Rhinopharynx) Bronchien und Lungen. Als Atemwege werden alle Anteile des respiratorischen Systems (luftleitenden Abschnitte des Respirationstrakts) bezeichnet, die als Leitungsbahnen zwischen Außenwelt und Alveolen dienen. Mit dem Bronchialsystem werden die Luftwege in der Lunge zusammengefasst. Die Luftröhre (Trachea) gehört zum Atemtrakt und dient der Luftleitung. Die Bronchien sind Teil der Atemwege die Luft in die Alveolen transportieren. Die Lunge (Pulmo) bestehen aus einer rechten Lunge (rechter Lungenflügel) und einer linken Lunge (linker Lungenflügel). Das Zwerchfell (Diaphragma) dient der Atmung (Bauchatmung, Abdominalatmung, Zwerchfellatmung, Diaphragmalatmung).
Hustenreiz Husten bei Erkältung Infektion Atemwege Atemtrakt
Physiologie Reizung der Atemwege und Husten (Tussis) durch Erkältung. Impulse in das ZNS geleitet und im Hustenzentrum (Atemzentrum in der Medulla oblongata) verarbeitet. Den Hustenstoß bewirken die Atemmuskeln, das Zwerchfell, und ein druckabhängiger Öffnungsmechanismus am Kehlkopf. Der Hustenreiz ist eine afferente Sinneswahrnehmung, die den Husten auslöst, durch Rezeptoren in der Schleimhaut der Atemwege und im Lungenparenchym.
Histologie Lungenbläschen (Alveolen), umgeben von Lungengewebe (Bindegewebe), mit Blutkapillaren in der Lunge. Die Luftwege, die Bronchien, verzweigen sich in der Lunge (Pulmo) zu einem ganz feinen Netz, den Bronchiolen, an deren Ende die Lungenbläschen sitzen.
Schleimhaut Schleimhautepithel, Erkrankung Bronchitis Krebs Lunge Lungenkrebs
Veränderungen der Schleimhaut der Luftwege. Gesundes Epithelgewebe der Schleimhaut der Atemwege mit Flimmerepithel. Bronchitis, eine Entzündung der Bronchialschleimhaut. Akute Bronchitis ist eine neu entstandene Entzündung der Bronchien in Verbindung mit Husten, Schleimproduktion. Bei sehr lange anhaltendem Husten sollte an Keuchhusten, Asthma bronchiale oder cardiale, eine Tumorbildung oder eine chronische Pneumonie gedacht werden. Lungenkrebs (Lungenkarzinom, Bronchialkarzinom) gehört zu den häufigsten und gefährlichsten Krebsarten deren Hauptursache das Rauchen ist.

Bilder: © MediDesign Frank Geisler

Die Bilder können direkt über das Bildarchiv www.medical-pictures.de erworben werden.

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