Physiologie Mensch

Leber, zentrales Organ für den Stoffwechsel

Einbettung der Leber (Hepar) im Blutkreislauf; als größte Drüse des Körpers bildet die Leber verschiedene Bluteiweiße, Abwehrstoffe und die Galle, sie speichert auch Vitamine.

 Die Leber (Hepar) ist das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels, deren wichtigste Aufgaben bestehen in: Abbau und Ausscheidung von Stoffen, Produktion lebenswichtiger Eiweißstoffe, Verwertung von Bestandteilen der Nahrungs. Die Leber als Kontrollorgan des Stoffwechsels wird befähigt durch: ihre Einordnung im Blutkreislauf, der Bau des Gefäßbettes und die Leistungen der Leberzellen.

Vom Kreislauf erhält die Leber über die Pfortader 1100 ml/min Blut aus dem Dünndarm und Milz und über die A. hepatica 400 ml/min O2-reiches Blut. Sie kontrolliert damit 1500 ml/min, also 30 Prozent der Kreislaufförderung. Die Lebergefäße fassen 500 ml Blut und können noch 500 ml speichern, zusammen 10 Prozent des Körperblutvolumens.

Pfortader und Gefäßsystem der Leber

Die Pfortader (Vena portae) sammelt das Blut aus den unpaaren Bauchorganen (Magen, Dünndarm, Dickdarm, Teile des Mastdarms, Bauchspeicheldrüse und Milz) und führt es der Leber zu. Das Blut der Pfortader ist sauerstoffarm (venös) und nach dem Essen reich an Nährstoffen (aus den Verdauungsorganen) bzw. an Abbauprodukten (z.B. Bilirubin). Die Venen der genannten Organe vereinigen sich zur Pfortader, die an der Leberpforte zusammen mit der Leberarterie (Arteria hepatica propria) in die Leber mündet.

In den Kapillaren der Leber, den Lebersinusoiden, mischt sich das nährstoffreiche Blut aus der Pfortader mit dem sauerstoffreichen Blut aus der Leberarterie und steht so dem Stoffwechsel der Leberzellen zur Verfügung. Aufgabe der Pfortader ist es, der Leber direkt die im Darm erschlossenen Nährstoffe und auch mögliche Giftstoffe zuzuführen. Letztere werden in der Leber abgebaut bevor sie in den weiteren Blutkreislauf gelangen. Dies hat dabei auch den unerwünschten Effekt zur Folge, dass Medikamente unter Umständen in der Leber in hohem Maße abgebaut werden, bevor sie über den Blutkreislauf zum Zielorgan gelangen können.

Leberzellen (Hepatozyten); Zellen der Leber die an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt sind und folgende Funktionen haben: Entgiftung mit zahlreichen Umwandlungsreaktionen, Harnstoffzyklus; Synthese von Fettsäuren; Synthese von Gallensäuren; Proteinsynthese, z.B. Albumin, Lipoproteine, Gerinnungsfaktoren, Cholinesterasen.

Kontrollorgan für den Stoffwechsel und Galle

 Als Stoffwechselkontrolle erzeugt die Leber Glucose aus Monosacchariden, Fetten oder Aminosäuren und hält ihren Blutspiegel konstant. Sie bildet Glykogen (Glycogen) und speichert es. Fettsäuren baut die Leber zum Energiegewinn ab oder in Triglyceride, Cholesterol, Phosphatide und ungesättigte Fettsäuren um. Die Fettbildung erfolgt aus Glucose oder Proteinen. Aus Aminosäuren entstehen Albumin, Fibrinogen, Globuline und Gerinnungsfaktoren mit konstantem Blutspiegel. Die Desaminierung (chemische Abspaltung einer Aminogruppe als Ammonium-Ion) bildet Harnstoff zur Ausscheidung. Giftstoffe werden für die Ausscheidung durch die Nieren wasserlöslich gemacht.

Die Galle sondert Gallensäuren für die Fettverdauung ab und scheidet Cholesterol und Bilirubin aus. Die Sternzellen filtern resorbierte Bakterien, Viren und Fremdstoffe aus und zerlegen sie zur Ausscheidung oder Wiederverwendung in ihre Bauteile.

Viszeralansicht der Leber mit Gefäßverzweigungen, Pfortader und Gallengangsystem..
Leber mit Pfortader (V. portae), Pfortadersystem, Pfortaderkreislauf der Organe im Bauchraum des Menschen.
Anatomie und Histologie Leberläppchen (Lobulus hepatis), Zentralvenenläppchen der Leber.

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