Gesundheit und Medizin

Schnarchen und Schlafapnoe

Schnarchen (Rhonchopathie) ist meistens ein anatomisches Problem. Beim Schnarchen werden Töne bzw. Geräusche erzeugt, die im Schlafzustand durch Vibration von Teilen der oberen Atemwege verursacht werden. Das Schnarchgeräusch entsteht durch flatternde Bewegungen des Gaumens (Palatum molle) und des Zäpfchens (Gaumenzäpfchen, Uvula), zum Teil auch des Zungengrundes und des Rachens beim Atmen. Normales Schnarchen (primäres oder kompensiertes Schnarchen) ist ohne Krankheitswert. Beim ausgeprägtem, obstruktivem Schnarchen kann es zu einer Verminderung der Sauerstoffversorgung und in der Folge zu einer Störung des Schlafes kommen.

Gestörter Schlaf durch kompensiertes und obstruktives Schnarchen sowie Schlafapnoe: 1 = normale Atmung; 2 = primäres Schnarchen; 3 = obstruktives Schnarchen; 4 = Schlafapnoe-Syndrom (SAS).

Bei der Schlafapnoe kommt es im Schlaf zu gefährlichen Atemaussetzern. Das Schlafapnoe-Syndrom (SAS) ist ein Beschwerdebild, das durch Atemstillstände (Apnoen) hervorgerufen wird. Die weitaus häufigste Form ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS).

Schnarchen, Ursachen und Folgen

Die Ursache des Schnarchens ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, so kann Übergewicht häufig zum Schnarchen führen. Übermäßiger Alkoholkonsum, die Einnahme von Beruhigungsmittel oder Schlafmittel, aber auch eine genetische Veranlagung können zum Schnarchen führen.
Durch den gestörten Nachtschlaf mit einer Schlafapnoe treten sehr oft Müdigkeit, Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche tagsüber auf.

Hilfe und Hilfsmittel gegen Schnarchen

Zungengrund und Rachen sowie flatternde Bewegungen von Gaumen und Zäpfchen beim Atmen sind Ursachen beim Schnarchen. Bei einer Gaumensegelplastik wird das Gaumensegel gestrafft und mit Hilfe einer speziellen Nahttechnik gespannt. Bei der Radiofrequenztherapie erzeugen hochdosierter Radiowellen künstliche Vernarbungen gezielt unter der Schleimhaut, wobei das zu weiche Gewebe gestrafft und das überschüssige Gewebe abgetragen wird. Eine Alternative zur OP ist das Schienen, vom Kieferchirurgen wird eine spezielle Schiene angepasst, die durch nach vorn schieben des Unterkiefers den Abstand zwischen Zunge und Gaumen vergrößert. Um den Sauerstoffmangel durch Schlafapnoe beim nächtlichen Schlaf zu verhindern, gibt es die Therapie mit einer Atemmaske, welche die Atemwege offenhält und ständig mit Druck Luft zuführt. In dem Grundgerät befindet sich ein kleiner Kompressor, der über einen Schlauch mit der Maske verbunden. Viele Patienten können leider damit nicht gut zu schlafen.

Bild links: Einblick in den Mundvorhof und in die Mundhöhle sowie Rachen mit Zäpfchen (Gaumenzäpfchen) und Rachenmandeln. Bild rechts: Längsschnitt nahe der Nasenscheidewand mit Übergang der Mundhöhle in den Rachenraum mit Rachenring, Zungenmandel (Tonsilla lingualis), Gaumenmandeln (Tonsillae palatinae) und Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) am Übergang des Nasenrachenraumes. Der Rachen (Schlund, Pharynx) besitzt den Nasenteil (Pars nasali), den Mundabschnitt (Pars oralis) und den Bereich außerhalb des Kehlkopfeinganges (Pars laryngea).

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