Physiologie Mensch

Funktion der Niere

Nieren mit Nebennieren und große Blutgefäße; Nierendurchblutung, das Blutvolumen, das pro Zeiteinheit durch die Niere strömt. Jede Minute passieren beim erwachsenen Menschen zwischen 1-1,2 Liter Blut das Gefäßsystem der Niere, das entspricht etwa 20-25% des Herzminutenvolumens (HMV) entspricht.

Die Niere ist das Kontrollorgan für das Innere Milieu des Körpers. Unter Nierenfunktion versteht man die für den Organismus relevanten Stoffwechselvorgänge in der Niere; sie umfasst die Fähigkeit der Niere, den Wasserhaushalt, den Elektrolythaushalt und den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren und harnpflichtige Substanzen auszuscheiden. Daher ist Nierenfunktion weitgehend synonym zur glomerulären Filtrationsrate (GFR, pro Zeiteinheit von den Glomeruli der Nieren filtrierte Volumen) bzw. Clearance (Maß für die Klär- bzw. Entgiftungsleistung). Dafür erhält die Niere etwa 1/5 des Herzminutenvolumens, so dass das Blut alle 5 Minuten einmal der Nierenkontrolle unterzogen wird.

Tätigkeiten der Nieren

Die Tätigkeit der Nieren läuft stufenweise in den Teilen des Nephrons ab. Es umfasst: die Bowmann-Kapsel als Anschlus an den Kapillarfilter im Glomerulum; den Kanalabfluss des proximalen Tubulus mit großer Oberfläche für Transporte aus dem Lumen; den Konzentrierkanal der Henle-Schleife im hypertonen Mark; den distalen Tubulus als Gang zum Sammelrohr mit den regulierten Transporten ins Blut.

Nephron mit Nierenkörperchen (Glomerulum) und Tubulussystem der Niere.

Die Filtration vom Blut in die Kapsel presst mit dem fest eingestellten Filtrationsdruck 180 l eiweißfreies Filtrat/Tag durch die Spalten der Kapillarwände. Die aktive Resorption schafft durch die Tubuluswand Na+, HCO3- und Glucose und passiv folgend Cl- und H2O zurück. Dabei nimmt die große Fläche 70% des filtrierten Na+ und H2O auf. Harnstoffe und Fremdstoffe werden ausgeschieden.
Die Resorption von NaCl in der Henle-Schleife erzeugt hohe Osmolarität im Nierenmark. Das zieht weitere 18% H2O aus der absteigenden Schleife durchs Interstitium ins Blut.
Die Rücknahme weiterer Stoffe erfolgt im distalen Tubulus und Sammelrohr. Dazu kommen Ausscheidungen und als gesteuerte Resorption: H2O-Rücknahme unter der Wirkung des ADH (antidiuretisches Hormon) der Hypophyse und Na+-Aufnahme unter der Wirkung des Nebennierenrindenhormons Aldosteron.
Je nach H+-Angebot werden H+ oder basische Valenzen abgegeben.

Ergebnis der Nierentätigkeit ist die Ausscheidung von etwa 1,5 l Urin/Tag. Der Urin ist leicht sauer (pH = 6) und zeigt bei Wasserdiurese 50 mosmol/l und bei Antidiurese im Durst 1,3 osmol/l. Weniger als 1% des filtrierten Na+ und H2O werden ausgeschieden.

Histologie Zellen von Tubulus und Henle-Schleife; Nierenfunktion der Niere.
Nierenkörperchen mit Tubuli; Tubulussystem der Niere mit Glomerulusfiltrat Primärharn. Als Primärharn (Glomerulusfiltrat) bezeichnet man die im Glomerulum abfiltrierten Stoffe wie Glucose, Harnstoff, Kochsalz und Wasser.

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