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Epileptischer Anfall

Die Epilepsie (Epilepsia, Fallsucht, Krampfleiden) st eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Funktionsstörungen des Gehirns, die durch ein Zusammenspiel aus pathologischer Erregungsbildung und fehlender Erregungsbegrenzung in den Nervenzellverbänden des ZNS entstehen. Es handelt sich bei der Epilepsie um eine chronische neurologische Erkrankung, bei der infolge krankhafter Entladungen (Depolarisationen) in Nervenzellen, Neuronen sowie eine gesteigerte Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn epileptische Anfälle auftreten. Mit einer Geisteskrankheit im Sinne einer psychischen Erkrankung hat Epilepsie nichts zu tun. Epileptische Anfälle können als Krämpfe oder auch als unwillkürliche Bewegungsabläufe auftreten.

Regionen der Epilepsie Epilepsia Fallsucht Krampfleiden, Störung im Gehirn durch Depolaristionen in Nervenzellen
Regionen der Epilepsie, einer chronisch-neurologischen Erkrankung, bei der infolge unnormaler nervlicher Erregungsbildung epileptische Anfälle auftreten: 1 = Haltungsschablonen; 2 = "komplexe" Automatismen (Body Rocking); 3 = elementar motorisch; 4 = elementar sensorisch; 5 = Haltungsschablonen, Schmerz, Körpertorsion, Neglect; 6 = Blickdeviation; 7 = "komplexe" Handlungen; 8 = Lautbild; 9 = vegetative Sensationen; 10 = orale Automatismen, Starren; 11 = Sprachverständnis; 12 = akustisch, vestibulär; 13 = Grimmassieren; 14 = optisch.

Anfälle bei Epilepsie

Es gibt über 30 verschiedene Formen von Anfällen, die sich in zwei Hauptgruppen einteilen lassen: den lokalisationsbezogenen, fokalen oder partiellen Anfällen, und den generalisierten Anfällen.
Die lokalisationsbezogenen Anfälle treten nur in einem ganz bestimmten Teil des Gehirns auf. Bei einfachen lokalisationsbezogenen Anfällen bleibt das Bewusstsein erhalten, es können aber Missfindungen auftreten. Bei nur wenige Sekunden andauernden komplexen lokalisationsbezogenen Anfällen kommt es zu einer Bewusstseinsveränderung oder es kann zu einer Bewusstlosigkeit kommen; traumähnliche Zustände und seltsame Verhaltensweisen können auftreten. Die Symptome bei lokalisationsbezogenen Anfällen können leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden.
Bei den generalisierten Anfälle sind von Anfang an viele Teile des Gehirns betroffen, so dass sich kein Ort, von dem der Anfall ausgeht, lokalisieren lässt. Diese Anfälle können häufig zu Bewusstlosigkeit, Stürzen oder massiven Muskelkrämpfen führen.

Epilepsie, Synapsen der Nervenzelle Neuron und Natriumkanal der Zellmembran beim epileptischen Anfall

Erregung der Synapsen einer Nervenzelle beim epileptischen Anfall. Die Endknöpfchen bilden einen Abschnitt der Synapse, sie übertragen das einlaufende Signal durch chemische Erregungsübertragung mit Hilfe von Neurotransmittern auf die Dendriten der nachgeschalteten Zelle.

Die allgemeine Unkenntnis über die vielen verschiedenen Arten von Anfällen ist eines der größten Probleme für Epilepsie-Patienten. Die Frage, ob während oder unmittelbar nach epileptischen Anfällen aggressive Handlungen vorkommen, wurde ausreichend untersucht und kann eindeutig verneint werden.

Diagnostik und Therapie bei Epilepsie

Bei der Epilepsie ist das sorgfältige Anamnesegespräch mit dem Facharzt für Neurologie ist eine entscheidende Voraussetzung für die richtige Diagnose. Neben der Erhebung der Krankengeschichte muss eine Hirnstromkurve (Elektroenzephalografie, EEG) abgeleitet werden, auch gehören bildgebende Untersuchungen zur Routinediagnostik.
Bei der Therapie steht zuerst die Lagerung mit dem Ziel des Schutzes vor Eigengefährdung und dem Freihalten der Atemwege im Vordergrund. Beim muskulären Krampfanfall können diese verschlossen sein. Die Entfernung von Zahnersatz sowie Schmuck kann zur Verringerung möglicher Verletzungen beitragen.
Bei der Behandlung erfolgt zunächst die Gabe von krampfunterdrückenden Medikamenten (Antikonvulsiva), auch Antiepileptikum oder Antiepileptika genannt, Arzneimitteln zur Behandlung epileptischer Anfälle. Bei der chirurgischen Therapie wird beabsichtigt, das die Krankheit auslösende Areal zu entfernen und dadurch weiteren Anfällen vorzubeugen.

Einschränkungen bei Epilepsie-Patienten

Zur Fahrtauglichkeit bei Menschen mit Epilepsie ist folgendes zu beachten:

Gruppe 1 (Motorräder, PKW):
Die Fahrtauglichkeit ist aufgehoben, solange ein wesentliches Risiko weiterer Anfälle (Anfallsrezidiven) besteht.
Ausnahmen bilden einfache fokale Anfälle ohne Bewusstseinsstörung, ohne motorische, ohne sensorische, oder ohne kognitive Behinderung und nach mindestens 1-jähriger Verlaufsbeobachtung ohne Übergang zu komplex fokalen oder generalisierten Anfällen. Ausschließlich an Schlaf gebundene Anfälle nach mindestens 3-jähriger Beobachtungszeit.
Es ist zu beachten: seltene Anfälle, Anfälle mit Vorboten und langjähriges unfallfreies Fahren stellen keine Ausnahme dar.

Gruppe 2 (LKW, Busse):
Die Fahrtauglichkeit ist nach mehreren Anfällen grundsätzlich ausgeschlossen.
Ausnahme: durch ärztliche Kontrolle nachgewiesene 5-jährige Anfallsfreiheit ohne medikamentöse Behandlung.



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Hirnforschung (Gehirnforschung) in der Neurologie; Darstellung Kopf mit Gehirn (Hirn, Cerebrum, Encephalon), ein mit etwa 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) ausgerüstetes Denk- und Steuerorgan im Zentralnervensystem (ZNS), ein sehr aktives Organ mit besonders hohem Energiebedarf.

Epileptische Anfälle, Gehirn mit Hirnstromkurve Elektroenzephalografie EEG bei Epilepsie

Darstellung Gehirn mit EEG-Kurve bei lokalisationsbezogenern, fokalen epileptischen Anfällen; EEG-Kurve bei generalisierten epileptischen Anfällen.


Organelle der Nervenzelle, Neuron mit Synapsen bei Epilepsie, epileptischer Anfall

Ultrastruktur einer Nervenzelle (Neuron); Reaktion der Synapsen beim epileptischen Anfall.


Bilder: © Frank Geisler 2016

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