Gesundheit und
Medizin

Home I Anatomie I Physiologie I Medizin I Bilder

*
Wirbelsäule und Rückenmark

Die Wirbelsäule (Columna vertebralis) ist das zentrale tragende Konstruktionselement, die bewegliche Stütze des menschlichen Körpers. Ihre Biegung als Doppel-S-Form dient der Dämpfung von Stößen. Die Wirbelsäule bildet den Wirbelkanal, indem sich das Rückenmark (Medulla spinalis, ein Teil des ZNS) befindet. Die einzelnen Glieder der Wirbelsäule nennt man Wirbel (Vertebrae). Die Bandscheiben (Discus intervertebralis, Zwischenwirbelscheibe, Fibrocartilago intervertebralis) sind zwischen den Wirbelkörpern gelegene Bestandteile der Wirbelsäule, die die Wirbel flexibel untereinander verbinden und zu ihrer Beweglichkeit beitragen.

Anatomie des Menschen, Wirbel der Wirbelsäule und Rückenmark mit Nerven

Abschnitte der Wirbelsäule, Skelett mit Wirbel der Wirbelsäule von dorsal und Rückenmark mit Nervenbahnen
.

Anatomie der Wirbelsäule

Der Bewegungsapparat Wirbelsäule trägt das Gewicht von Kopf, Hals, Rumpf und oberen Extremitäten. Die Wirbelsäule besteht aus 33 oder 34 Wirbel. Da die fünf Wirbel, die das Kreuzbein bilden, ebenso wie die Wirbelrudimente des Steißbeins miteinander verwachsen sind, spricht man auch von 24 freien (präsakralen) Wirbeln (Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule) und dem Kreuzbein mit dem Steißbein zusammensetzt. Die Wirbelsäule lässt sich in 5 Abschnitte untergliedern: die Halswirbelsäule (HWS, Vertebrae cervicales) mit 7 Halswirbel; die Brustwirbelsäule (BWS, Vertebrae thoracicae) mit 12 Brustwirbel; die Lendenwirbelsäule (LWS, Vertebrae lumbales) mit 5 Lendenwirbel; das Kreuzbein mit 5 Kreuzbeinwirbel (Vertebrae sacrales) bildet das Os sacrum; das Steißbein mit 4-5 Steißbeinwirbel (Vertebrae coccygeae) bildet das Os coccygis.

Anatomie des Rückenmarks

Das Rückenmark (Medulla spinalis) ist ein Teil des zentralen Nervensystems (ZNS), das innerhalb der Wirbelsäule im Spinalkanal verläuft. Es befindet sich geschützt im Wirbelkanal (Canalis vertebralis), welcher vom großen Hinterhauptsloch (Foramen occipitale magnum) bis zum unteren Ende des Kreuzbeins (Hiatus sacralis) reicht. Das Rückenmark besteht aus grauer Substanz und weißer Substanz. Die graue Substanz besteht überwiegend aus Nervenzellkörpern (Perikaryen), die weiße Substanz aus Axonen. Im Rückenmark sind Nervenfasern und Perikaryen (Zellkörper eines Neurons) der afferenten und efferenten Nervenzellen des ZNS angesiedelt. Es ist segmental aufgebaut und wird unterteilt in: Zervikalmark (Pars cervicalis medullae spinalis), Segmente C1 bis C8; Thorakalmark (Pars thoracalis medullae spinalis), Segmente Th1 bis Th12; Lumbalmark (Pars lumbalis medullae spinalis), Segmente L1 bis L5; Sakralmark (Pars sacralis medullae spinalis), Segmente S1 bis S5.
Umgeben ist das Rückenmark von Rückenmarkshäuten, einer harten Schicht (Pachymeninx spinalis: Dura mater spinalis) und einer weichen Schicht (Leptomeninx spinalis: Arachnoidea mater spinalis und Pia mater spinalis).

Erkrankungen der Wirbelsäule

Zu den häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule gehören Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps), Hexenschuss (Lumbago, akute Lumbalgie), Rückenbeinschmerz (Lumboischialgie), Morbus Bechterew (chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung), Morbus Scheuermann (Rundrücken im Bereich der Brustwirbelsäule, Skoliose (Wachstumsdeformität), Spinalkanalstenose (Verengung des Kanals der Wirbelsäule), Spondylarthrose (degenerative Veränderung der Wirbelsäule, Wirbelgelenkarthrose, Facettensyndrom oder Facettengelenkarthrose), Spondylitis (entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule) und Wirbelbruch (Fraktur eines Wirbelkörpers).

Um dauerhafte Erkrankungen und Schäden an der Wirbelsäule zu behandeln ist neben der Wahl einer geeigneten Therapie, die genaue Erforschung der Ursache unabdingbar.

Verletzungen des Rückenmarks

Rückenmarksverletzungen werden anhand des Ausmaßes der Schäden des Rückenmarks in drei Stadien eingeteilt: Die Rückenmarkserschütterung (Commotio spinali) ist die einfachste Verletzung des Rückenmarks; die Rückenmarksprellung (Contusio spinalis) ist die zweitschwerste Verletzung des Rückenmarks, sie führt zu unmittelbaren neurologischen Ausfällen; die Rückenmarksquetschung (Compressio spinalis) ist die schwerste Verletzung des Rückenmarks, sie tritt bei instabilen Wirbelkörperfrakturen oder auch bei (traumatischen) Bandscheibenvorfällen auf, die Art der Störung ist meistens irreversibel, da Rückenmarksstrukturen zerstört werden.

Home
| Anatomie | Physiologie | Medizin | Bildarchiv | Kontakt | Impressum

Anatomie Rückenmark mit Rückenmarkshäute und Histologie Medulla spinalis

Anatomie Rückenmark mit Rückenmarkshäute; Histologie Zervikalmark (Pars cervicalis), Thorakalmark (Pars thoracica), Lumbalmark (Pars lumbalis) und Sakralmark (Pars sacralis medullae spinalis).

Anatomie Hirnstamm mit Rückenmark Medulla spinalis, Wirbelsäule mit Nerven

Anatomie Gehirn mit Hirnhaut, Hirnstamm und Rückenmark im Wirbelkanal; Rückenmark mit Rückenmarksnerven der Lendenwirbelsäule.

Arthrose Lendenwirbel der Lendenwirbelsäule und Degeneration der Bandscheibe

Arthrose der Lendenwirbel und Degeneration der Bandscheibe.

Wirbel und Bandscheibe mit Bandscheibenvorwölbung bei Neigung der Lendenwirbel

Bandscheibenvorwölbung (Vorwölbung, Bandscheibenprotrusion) bei Neigung.

Prolaps der Bandscheibe, Diskusprolaps, Bandscheibenvorfall, Bandscheibenhernie, Diskushernie

Prolaps der Bandscheibe, Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps, Bandscheibenhernie, Diskushernie).

Bilder: © Frank Geisler 2015

Im medizinischen Bildarchiv www.medical-pictures.de können die Grafiken per Download erworben werden.

Links zum Thema Rückenmark:

Nervensystem mit Wirbelkanal und Rückenmark

Rückenmarksnerven, Halsgeflecht und Armgeflecht

Rückenmarksnerven, Lendengeflecht und Kreuzbeingeflecht